Staatsrecht in Deutschland

Staats­recht in Deutsch­land

Januar 5, 2019 "Paretos Liebling" Allgemeines Recht Pharmazeutische Gesetzeskunde Staatsrecht 0
Staatsrecht in Deutschland

Das Staats­recht in Deutsch­land bil­det eine wich­ti­ge Grund­la­ge für das not­wen­di­ge Rechts­ver­ständ­nis, wel­ches in den Rechts­prü­fun­gen erfor­der­lich ist. Eine gute Über­sicht hilft zu ver­ste­hen wie Deutsch­land in recht­li­cher Hin­sicht “funk­tio­niert


Radi­ka­le Reduk­ti­on der Kom­ple­xi­tät

  1. Das Grund­ge­setz

    Das Grund­ge­setz ist mit einer Ver­fas­sung ver­gleich­bar. Das Staats­recht in Deutsch­land hat hier sei­ne Grund­prin­zi­pi­en der Recht­staat­lich­keit ver­an­kert.

  2. Staats­ober­haupt

    Das Staats­ober­haupt in Deutsch­land ist der Bun­des­prä­si­dent; nicht der Bun­des­kanz­ler (!)

  3. Gewal­ten­tei­lung

    Das Grund­ge­setz ver­teilt die Macht auf drei Gewal­ten — die Legis­la­ti­ve, die Exe­ku­ti­ve und die Legis­la­ti­ve

  4. Föde­ra­lis­mus

    Alle Macht liegt dem Grun­de nach bei den Bun­des­län­dern. Die­se geben ledig­lich gewis­se Kom­pe­ten­zen an den Bund ab, so dass die­ser Geset­ze für Deutsch­land erlas­sen darf. Sofern die Län­der unmit­tel­bar von den Ent­schei­dun­gen betrof­fen sind, haben sie ein Ein­spruchs­recht.

Das Grund­ge­setz

Das Grund­ge­setz (GG) ist die »Ver­fas­sung« der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Der höchs­te Wert in ihr ist die Men­schen­wür­de jedes Ein­zel­nen, die zu ach­ten und schüt­zen sich der Staat ver­pflich­tet hat.

Neben den Grund­rech­ten des Ein­zel­nen defi­niert das GG die staat­li­che Orga­ni­sa­ti­on. Hier­zu zäh­len u. a. auch die Ver­ga­be der Kom­pe­ten­zen der ein­zel­nen Bun­des­län­der im Ver­hält­nis zum Bund im föde­ra­ti­ven Staa­ten­sys­tem, die Gewal­ten­tei­lung sowie die Fest­le­gung der Staats­or­ga­ne (z. B. Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Bun­des­tag, Bun­des­rat etc.). Die Bun­des­län­der besit­zen jeweils eige­ne Ver­fas­sun­gen und damit eben­falls Staats­qua­li­tät. Damit geht eine teil­wei­se weit­rei­chen­de (Rege­lungs-) Ver­ant­wort­lich­keit der Län­der ein­her, die auch im Medi­zin­recht bzw. im für Apo­the­ker rele­van­ten Rechts­ge­bie­ten von Bedeu­tung ist.

Staats­ober­haupt in Deutsch­land

Das Staats­ober­haupt ist der Bun­des­prä­si­dent. Er wird von der Bun­des­ver­samm­lung für 5 Jah­re gewählt. Sei­ne Auf­ga­ben sind u. a. die Aus­fer­ti­gung von Geset­zen, Ernen­nung des Bun­des­kanz­lers und der Minis­ter (auf Vor­schlag des Bun­des­kanz­lers).

Prin­zip Gewal­ten­tei­lung im Staats­recht in Deutsch­land

Die Staats­ge­walt ist, dem Staats­recht in Deutsch­land nor­mie­ren­den Grund­ge­setz fol­gend, über die sog. Gewal­ten­tei­lung in unter­schied­li­che Berei­che unter­teilt. Dies bedeu­tet, dass die drei Gewal­ten Gesetz­ge­bung (Legis­la­ti­ve), voll­zie­hen­de Gewalt (Exe­ku­ti­ve) und Recht­spre­chung (Judi­ka­ti­ve) getrennt sind.

Legis­la­ti­ve

Grund­sätz­lich sind die Par­la­men­te die Legis­la­ti­ve oder auch gesetz­ge­ben­de Gewalt. Die­se exis­tiert auf Bun­des- und Lan­des­ebe­ne (16 Län­der­par­la­men­te). Wie sie uns die Geset­ze “geben” lernst Du im Lern­text “Wie ent­steht ein Gesetz?”.

Der Gesetz­ge­ber in Deutsch­land auf Bun­des­ebe­ne ist der Bun­des­tag ggf. unter Betei­li­gung des Bun­des­ra­tes. Er besteht aus den Abge­ord­ne­ten unter dem Vor­sitz des Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges. Der Bun­des­tag wird alle 4 Jah­re vom Volk gewählt (Bun­des­tags­wahl). Auf Län­der­ebe­ne ist der Gesetz­ge­ber das Lan­des­par­la­ment.

Exe­ku­ti­ve

Die Exe­ku­ti­ve ist die (Bun­des- )Regie­rung bzw. das Kabi­nett. Es besteht aus den vom Bun­des­kanz­ler ernann­ten Minis­tern. Die Ent­spre­chung auf Län­der­ebe­ne sind die Minis­ter unter der Regie­rung des Minis­ter­prä­si­den­ten. Die Regie­rung wird indi­rekt über die Koali­ti­ons­bil­dung vom Volk in der Bun­des­tags­wahl gewählt. Aber auch die von den Regie­run­gen besetz­ten Minis­te­ri­en und die ihnen unter­ge­ord­ne­te Poli­zei sowie die Behör­den gehö­ren zur exe­ku­ti­ven Gewalt.

Judi­ka­ti­ve

Die Gerich­te bil­den die Judi­ka­ti­ve. Sie sind an Recht und Gesetz gebun­den. Ihre Auf­ga­be ist die Anwen­dung und Aus­le­gung der Nor­men. Die Ent­spre­chung zum Bun­des­tag oder Bun­des­rat als obers­tes Organ ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt.

Prü­fungs­tipp

Bei grund­sätz­li­chen (Prü­fungs-) Fra­gen wel­che Instanz bzw. wel­ches Organ wel­chen Sach­ver­halt auf wel­cher Grund­la­ge regeln darf, ist die Ant­wort zumeist im Grund­ge­setz zu fin­den. Vom Grund­satz her darf der Bund nur regeln, was das Grund­ge­setz ihn zu regeln ermäch­tigt hat, da alle Macht ursprüng­lich bei den Län­dern liegt. Die­ser Föde­ra­lis­mus ist ein Kern­prin­zip im Staats­recht in Deutsch­land.

Ein­spruch- oder Zustim­mung

Der Bun­des­rat und somit die durch ihn ver­tre­te­nen Län­der sind direkt an allen Bun­des­ge­set­zen betei­ligt, die im Bun­des­tag beschlos­sen wer­den. Der tat­säch­li­che Ein­fluss vari­iert aller­dings in Abhän­gig­keit davon, ob es sich um sog. Ein­spruchs- oder Zustim­mungs­ge­set­ze han­delt. Mehr zum Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren fin­dest Du im Arti­kel “Wie ent­ste­hen Geset­ze?”.

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