Rechtsgebiete in Deutschland

Rechts­ge­bie­te in Deutsch­land

Januar 6, 2019 Allgemeines Recht Pharmazeutische Gesetzeskunde Verwaltungsrecht 0
Rechtsgebiete in Deutschland

Das Recht ver­teilt sich auf meh­re­re Rechts­ge­bie­te in Deutsch­land. Grob kann zwi­schen pri­va­tem Recht (=Zivil­recht) und öffent­li­chem Recht unter­schie­den wer­den. Für Ärz­te und Apo­the­ker kommt noch das Berufs­recht hin­zu.


Radi­ka­le Reduk­ti­on der Kom­ple­xi­tät

  1. Gro­be Ein­tei­lung

    Die Rechts­ge­bie­te las­sen sich in Zivil­recht und öffent­li­ches Recht unter­tei­len. Ganz grob ist Zivil­recht das Recht der gleich­ge­stell­ter Per­so­nen unter­ein­an­der, wäh­rend das öffent­li­che Recht das Über-Unter­ord­nungs­ver­hält­nis z. B. zwi­schen Behör­den und natür­li­chen Per­so­nen regelt.

  2. 5 Arme der Gerichts­bar­keit

    Die Gerich­te in Deutsch­land wer­den in die 5 Gerichts­bar­kei­ten Finanz­ge­richts­bar­keit, Sozi­al­ge­richts­bar­keit, Arbeits­ge­richts­bar­keit, Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit und der ordent­li­chen Gerichts­bar­keit ein­ge­teilt. Über­ge­ord­net ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt.

Unter­tei­lung der Rechts­ge­bie­te

Als Rechts­ge­biet bezeich­net man in der Rechts­wis­sen­schaft ein Fach­ge­biet des Rechts. Es gibt unter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten bzw. Gra­du­ie­run­gen der Auf­tei­lung der Rechts­ge­bie­te in Deutsch­land. Gägnig ist jeden­falls die Unter­schei­dung zwi­schen Pri­vat­recht und öffent­li­chem Recht.

Zivil­recht

Das Zivil­recht regelt den Umgang und die Bezie­hun­gen zwi­schen pri­va­ten Per­so­nen und Insti­tu­tio­nen und unter­teilt sich wie­der­um in das bür­ger­li­che Recht (BGB), das Han­dels­recht (HGB) sowie das Arbeits­recht.

Für Apo­the­ken sind auf­grund der Teil­nah­me am Han­del hier beson­ders die ver­trags­recht­li­chen Aspek­te des BGBs und HGBs rele­vant. Die­ser The­men­kom­plex wird in der Kate­go­rie “Ver­trags­recht” sepe­rat betrach­tet.

Öffent­li­ches Recht

Das öffent­li­che Recht regelt alles den Staat und die öffent­li­che Gewalt Betref­fen­de. Es kann in Ver­wal­tungs­recht, Straf­recht (StGB) und Staats­recht (=Ver­fas­sungs­recht) unter­teilt wer­den.

Kon­kre­te Inhal­te wer­den in den jewei­li­gen Lern­tex­ten der Kate­go­ri­en behan­delt.

5 Arme der Gerichts­bar­keit

Die­se Ein­tei­lung wird noch etwas fei­ner, wenn man sich »die fünf Arme der Gerichts­bar­keit« ansieht, bei der Ver­feh­lun­gen in den ent­spre­chen­den Rechts­ge­bie­ten geahn­det wer­den. Die­se Unter­schei­dung ist im Gesund­he­ist­we­sen auf­grund sei­ner Kom­ple­xi­tät sehr wich­tig, denn das Recht des Gesund­heits­we­sens ist kein eige­nes Rechts­ge­biet, son­dern tan­giert je nach Aus­gangs­si­tua­ti­on die unter­schied­li­chen recht­li­chen Fach­ge­bie­te. Über meh­re­re Instan­zen inner­halb einer Gerichts­bar­keit wer­den die Strei­tig­kei­ten den jeweils zustän­di­gen Gerich­ten zuge­ord­net. Allen Gerich­ten über­ge­ord­net ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he. Dort wer­den Geset­ze und Urtei­le auf die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit und eine mög­li­che Ver­let­zung der Grund­rech­te des Ein­zel­nen hin ger­püft.

Finanz­ge­richts­bar­keit

Die Finanz­ge­richts­bar­keit befasst sich in der Regel mit Steu­er­fra­gen. Die höchs­te Instanz ist der Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen. In der Apo­the­ken­pra­xis ist dies somit eher ein The­ma für die Apo­the­ken­in­ha­ber.

Sozi­al­ge­richts­bar­keit

Über die Kas­ka­de Sozi­al­ge­richt — Lan­des­so­zi­al­ge­richt — Bun­des­so­zi­al­ge­richt wer­den hier Strei­tig­kei­ten aus dem Sozi­al­recht aus­ge­ur­teilt. Für Apo­the­ken sind hier ins­be­son­de­re Rechts­strei­te mit den Kran­ken­kas­sen z. B. bzgl. Reta­xa­tio­nen rele­vant (vgl. Lern­text “Reta­xa­ti­on?!”). Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat sei­nen Sitz in Kas­sel.

Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit

Die Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit mit sei­nem höchs­ten Gericht, dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig, hat eine gro­ße Bedeu­tung für den Apo­the­ken­all­tag. Hier kann gegen die Ver­wal­tungs­ak­te geklagt wer­den (vgl. Lern­text “Geset­ze und Ver­ord­nun­gen”). Dies ist bei­spiels­wei­se als Opti­on gegen den Ent­zug der Berufs­er­laub­nis mög­lich.

Die­ses Rechts­ge­biet ist für Apo­the­ken­be­ru­fe sehr wich­tig. Denn die kom­plet­te Gesund­heits­ver­wal­tung der u. a. die Apo­the­ken­auf­sicht obliegt, ist dem Ver­wal­tungs­recht zuge­teilt.

Arbeits­ge­richts­bar­keit

Arbeits­recht­li­che Rechts­strei­te wer­den vor den Arbeits­ge­rich­ten ver­han­delt. Die Revi­sio­nen lau­fen über die Lan­des­ar­beits­ge­rich­te ggf. bis zum Bun­des­ar­beits­ge­richt in Erfurt.

Für Apo­the­ken kann die Arbeits­ge­richts­bar­keit z. B. bei Kon­flik­ten zur aus­le­gung von Tarif­ve­trä­gen oder Fehl­ver­hal­ten der Mit­ar­bei­ter rele­vant wer­den.

Ordent­li­che Gerich­te

Ordent­li­che Gerich­te haben ihren Namen eher aus his­to­ri­schen Grün­den. Dar­aus kann nicht gefol­gert wer­den, dass die zuvor benann­ten Gerichts­bar­kei­ten “unor­dent­lich” wären.

Über die Kas­ka­de Amts­ge­richt (je nach Streit­wert ggf. Land­ge­richt) — Ober­lan­des­ge­richt und Bun­des­ge­richts­hof in Karls­ru­he wer­den in die­sem Arm der 5 Gerichts­bar­kei­ten alle Sach­ver­hal­te ver­han­delt, die sich in den zuvor benann­ten nicht wie­der­fin­den las­sen. Hier kann es sich somit bei­spiels­wei­se um Straf­sa­chen, aber auch um Nach­bar­schafts­strei­tig­kei­ten dre­hen.

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Die 5 Arme der Gerichts­bar­keit


 

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