Notarztdienst und Bereitschaftsdienst

Not­arzt­dienst und Bereit­schafts­dienst

September 5, 2019 GKV-Institut Rettungswesen 0
Notarztdienst und Bereitschaftsdienst

In die ärzt­li­chen Not­fall­ver­sor­gung fal­len der Not­arzt­dienst und der kas­sen­ärzt­li­chen Bereit­schafts­dienst. Doch wo lie­gen die Unter­schie­de? Wer ist für die Sicher­stel­lung zustän­dig? Die­ser Lern­text hilft wei­ter.


Radi­ka­le Reduk­ti­on der Kom­ple­xi­tät

  1. Not­arzt­dienst

    Der Not­arzt­dienst wird durch die Kran­ken­häu­ser sicher­ge­stellt. Der spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te Not­arzt soll ins­be­son­de­re Leben­ge­fahr vom Pati­en­ten abwen­den.

  2. Kas­sen­ärzt­li­cher Bereit­schafts­dienst

    Der Bereit­schafts­dienst wird durch die KVen sicher­ge­stellt und durch Ver­trags­ärz­te durch­ge­führt. Damit wird eine ambu­lan­te Ver­sor­gung auch außer­halb der Sprech­zei­ten garan­tiert.


Not­arzt­dienst

Wer ist zustän­dig?

Der Not­arzt­dienst fällt in die Zustän­dig­keit der Kran­ken­häu­ser. Ihr Sicher­stel­lungs­auf­trag wird durch betei­lig­te oder ermäch­tig­te Kran­ken­haus­ärz­te aus­ge­füllt.

Der Not­arzt

Auf­ga­ben

Der Not­arzt spielt trotz Ein­füh­rung des Ret­tungs­sa­ni­tä­ters noch immer die zen­tra­le Schlüs­sel­rol­le im deut­schen Ret­tungs­we­sen. Sei­ne Haupt­auf­ga­be ist es, den Pati­en­ten am Unfall- bzw. Not­fall­ort inten­siv-medi­zi­nisch zu ver­sor­gen. Dabei ist das obers­te Ziel Lebens­ge­fahr abzu­wen­den. Unter­stüt­zung bis zum Abschluss des Kran­ken­haus­trans­ports erhält der Not­arzt durch das Ret­tungs­fach­per­so­nal (vgl. “Ret­tungs­per­so­nal”).

Qua­li­fi­ka­ti­on

Der Arzt im Not­arzt­dienst ist auf Kennt­nis­se und Erfah­run­gen der Not­fall­me­di­zin ange­wie­sen. I. d. R. bie­ten die Lan­des­ärz­te­kam­mern ent­spre­chen­de Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen und Übungs­kur­se an oder akkre­di­tie­ren die­se.

Ver­gü­tung des Not­arzt­diens­tes

Grund­sätz­lich erfolgt die Ver­gü­tung des Not­arzt­diens­tes über eine Grund­pau­scha­le und Ein­satz­pau­scha­len sowie pati­en­ten- bzw. ein­satz­be­zo­ge­nen Zuschlä­gen je nach Rah­men­be­din­gun­gen des absol­vier­ten Ein­sat­zes. Eine Degres­si­on der Ein­satz­pau­scha­len ist üblich.

Kas­sen­ärzt­li­cher Bereit­schafts­dienst

Wer ist zustän­dig?

Auf­grund der Ver­stand­or­tung oft ver­wech­selt, aber vom Not­arzt­dienst strikt abzu­gren­zen ist der Kas­sen­ärzt­li­che Bereit­schafts­dienst. Die­ser fällt gemäß § 75 Abs. 1 SGB V in den Sicher­stel­lungs­auf­trag der jewei­lig zustän­di­gen Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung (KV). Denn die­ser erstreckt sich auch auf einen aus­rei­chen­den Not­dienst inner­halb der sprech­stun­den­frei­en Zeit. Die (Vertrags)-Ärzte sind gemäß § 26 MBO‑Ä zur Teil­nah­me am Bereit­schafts­dienst­dienst ver­pflich­tet.

Auf­ga­ben

Zweck des kas­sen­ärzt­li­chen Bereit­schafts­diens­tes ist die Ver­sor­gung von GKV-Pati­en­ten deren ambu­lan­te Ver­sor­gung ein Abwar­ten bis zur Sprech­stun­den­zeit nicht erlau­ben. Hier­bei wird die Abgren­zung zum Not­arzt­dienst beson­ders deut­lich. Denn im Ver­gleich zur “Nor­mal­ver­sor­gung” han­delt es sich ledig­lich um eine Ver­schie­bung in Bezug auf die Tages­zeit. Daher ist auch kei­ne beson­de­re inten­siv- bzw. not­fall­me­di­zi­ni­sche Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on der teil­neh­men­den Haus­ärz­te Fach­ärz­te erfor­der­lich.



 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.