Finanzierung und Vergütung in der zahnärztlichen Versorgung

Finan­zie­rung und Ver­gü­tung in der zahn­ärzt­li­chen Ver­sor­gung

September 1, 2019 GKV-Institut Zahnärztliche Versorgung 0
Honorarverteilung

Der fol­gen­de Lern­text wid­met sich der Finan­zie­rung des zahn­ärzt­li­chen Ver­sor­gungs­sys­tems sowie der Ver­tei­lung der Hono­ra­re.


Radi­ka­le Reduk­ti­on der Kom­ple­xi­tät

  1. Gesamt­ver­gü­tung und Ver­tei­lung

    Sys­te­ma­tik und Struk­tur ent­spre­chen im Wesent­li­chen der der ambu­lan­ten Ver­sor­gung. Die Kran­ken­kas­sen zah­len an die KZV, die KZV ver­teilt das Hono­rar.

  2. Degres­si­on

    Bei einer Men­gen­über­schrei­tung wird dem Arzt sein Hono­rar gekürzt.

Finan­zie­rung

Gesamt­ver­gü­tung

Die Finan­zie­rungs- und Leis­tungs­be­zie­hun­gen zwi­schen den betei­lig­ten Akteu­ren im ver­trags­zahn­ärzt­li­chen Bereich unter­schei­den sich nur unwe­sent­lich von denen des ver­trags­ärzt­li­chen Bereichs. Die Kran­ken­kas­sen zah­len auch hier eine Gesamt­ver­gü­tung gemäß der ver­han­del­ten Gesamt­ver­trä­ge mit befrei­en­der Wir­kung an die zustän­di­ge KV — hier KZV — (vgl. “Finan­zie­rung und Ver­gü­tung Teil 1″). Die erfor­der­li­che Mel­dung der Punk­te erfolgt ledig­lich anhand des BEMA anstatt des EMB.

Hono­rar­ver­tei­lung

Die KZV ist ver­ant­wort­lich für die Sicher­stel­lung der zahn­ärzt­li­chen Ver­sor­gung und somit auch der leis­tungs­be­zo­ge­nen Ver­tei­lung des Hono­rars gemäß Hono­rar­ver­tei­lungs­maß­stab (HVM).

Bud­ge­tie­rung

Auch im zahn­ärzt­li­chen Bereich exis­tie­ren Kos­ten­dämp­fungs­me­cha­nis­men. Die Men­gen­be­gren­zung der Leis­tun­gen in der zahn­ärzt­li­chen Ver­sor­gung geschieht dabei auf zwei Ebe­nen (für Zahn­ersatz-Leis­tun­gen gilt dies nicht):

Degres­si­on auf Bun­des­ebe­ne

Gemäß § 85 Abs. 4b‑f SGB V wer­den bei Über­schrei­ten bestimm­ter Punkt­men­gen­gren­zen (Men­gen­über­schrei­tung) die Hono­rar­an­sprü­che der Ver­trags­zahn­ärz­te durch die KZV gekürzt (sog. Punkt­wert­de­gres­si­on). Man könn­te von einer Art Men­gen­ra­batt zuguns­ten der GKV spre­chen.

Erhö­hen kann der Zahn­arzt die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Punkt durch die Anstel­lung eines wei­te­ren Zahn­arz­tes oder eines Vor­be­rei­tungs­as­sis­ten­ten.

Bud­ge­tie­rung auf Lan­des­ebe­ne

Gedank­lich stellt die Gesamt­ver­gü­tung eine Art Ober­gren­ze der Aus­ga­ben für die Kran­ken­kas­sen dar. Im zahn­me­di­zi­ni­schen Bereich sind etwa 70% der Aus­ga­ben der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung auf die­se Art und Wei­se bud­ge­tiert. Über die Ver­an­ke­rung der HVM im Sat­zungs­recht der KZV, besitzt die­se aller­dings einen gewis­sen Gestal­tungs­spiel­raum. Die Ver­tei­lungs­mo­del­le rei­chen dabei von Ein­zel­leis­tungs­ver­gü­tun­gen über Fall­pau­scha­len bis hin zu pra­xis­in­di­vi­du­el­len Bud­gets.



 

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