Berufsorganisationen der Ärzte

Berufs­or­ga­ni­sa­tio­nen der Ärz­te

August 31, 2019 Ambulante Versorgung GKV-Institut 0
Berufsorganisation der Apothekenberufe

Der nächs­te Lern­text befasst sich mit der Berufs­or­ga­ni­sa­ti­on der Ärz­te. Grund­sätz­lich sind Sinn und Zweck die jewei­li­ge Inter­es­sen­ver­tre­tung der Mit­glie­der und das koor­di­nier­te Vor­ge­hen zur Errei­chung der gesteck­ten beruf­li­chen, wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Zie­le — Stich­wort Lob­by­is­mus.


Radi­ka­le Reduk­ti­on der Kom­ple­xi­tät

  1. Bun­des­ärz­te­kam­mer

    Die Bun­des­ärz­te­kam­mer ist der ver­eins­mä­ßi­ge Zusam­men­schluss der 17 Lan­des­ärz­te­kam­mern. Hier wer­den die über­grei­fen­den Ver­sor­gungs­stan­dards maß­geb­lich wei­ter­ent­wi­ckelt.

  2. Ande­re Ver­bän­de

    Der Hart­mann­bund, der Mar­bur­ger Bund sowie der Ver­band nie­der­ge­las­se­ner Ärz­te in Deutsch­land ver­fol­gen berufs­po­lit­sche Inter­es­sen ihrer frei­wil­li­gen Mit­glie­der.

  3. Kas­sen­ärzt­li­che (Bundes-)Vereinigung

    Die bun­des­land­spe­zi­fi­schen kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen . Auf Bun­des­ebe­ne ist sie kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) der maß­geb­li­che Ver­hand­lungs­part­ner mit der GKV.

Bun­des­ver­ei­ni­gung der Kam­mern

Die Ärz­te­kam­mern sind auf Bun­des­ebe­ne in einer Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen orga­ni­siert. Die­se Dach­or­ga­ni­sa­ti­on der Kam­mern ist die Bun­des­ärz­te­kam­mer (BÄK), wel­che die bun­des­wei­te Koor­di­na­ti­on der beruf­li­chen Inter­es­sen­ver­tre­tung über­nimmt. Auch kön­nen gemein­schaft­li­che Mus­ter­sat­zun­gen und Leit­li­ni­en erar­bei­tet wer­den, die aller­dings in eige­nes Kam­mer­sat­zungs­recht über­führt wer­den müs­sen, um Rechts­ver­bind­lich­keit zu errei­chen. Hin­ter­grund ist die Frei­wil­lig­keit des Zusam­men­schlus­ses. Wäh­rend die Lan­des­ärz­te­kam­mern Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts sind, han­delt es sich bei der BÄK um einen Ver­ein (vgl. “Ärz­te­kam­mern”).

Mehr zu Leit­li­ni­en fin­dest Du hier.

Wei­te­re Ver­bän­de

Neben den Orga­ni­sa­tio­nen, für die eine Pflicht­mit­glied­schaft besteht, exis­tie­ren diver­se Ver­bän­de in die Ärz­te auf frei­wil­li­ger Basis Mit­glie­der wer­den kön­nen. Die­se ver­fol­gen pri­mär berufs­po­li­ti­sche Ziel­set­zun­gen. Dies sind bei­spiels­wei­se der Hart­mann­bund als Inter­es­sen­ver­bund aller Ärz­te, der Mar­bur­ger Bund oder der Ver­band nie­der­ge­las­se­ner Ärz­te in Deutsch­land.

Die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung

Die Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen (KVen) sind die maß­geb­li­chen Insti­tu­tio­nen der ärzt­li­chen Selbst­ver­wal­tung für die wirt­schaft­li­chen, ver­trag­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Belan­ge eines nie­der­ge­las­se­nen Ver­trags­arz­tes. Denn die­ser wird durch die Zulas­sung (Nie­der­las­sung) in einem KV-Bereich als ihr Mit­glied zur Abrech­nung mit den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen (GKV) als sog. Ver­trags­arzt berech­tigt.

Die KV hat drei Haupt­auf­ga­ben:

  • Sicher­stel­lungs­auf­trag nach § 75 SGB V (Bedarfspal­nung, Zulas­sung, Not­dienst, etc.)
  • Gewähr­leis­tungs­auf­trag
    • für die ord­nungs­ge­mä­ße Erbrin­gung der ambu­lan­ten Leis­tun­gen,
    • für die ord­nungs­ge­mä­ße Abrech­nung,
  • Inter­es­sen­ver­tre­tung.

Ins­be­son­de­re der Gewähr­leis­tungs­auf­trag zeigt eine Posi­ti­on der KVen “zwi­schen den Stüh­len”. Soll­ten die durch­zu­füh­ren­den Abrech­nungs­prü­fun­gen zu Bean­stan­dun­gen füh­ren, so oblie­gen einer KV die ent­spre­chen­den Sank­tio­nen. Die­se rei­chen von Hono­rar­kür­zun­gen und Regres­sen bis hin zu Ver­war­nun­gen, Geld­bu­ßen, zeit­li­ches Ruhen der Zulas­sung oder Ent­zug der Zulas­sung.

Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung

Auf Bun­des­ebe­ne wird die Auf­ga­be der Inter­es­sen­ver­tre­tung der Ver­trags­ärz­te von der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) wahr­ge­nom­men. Wäh­rend eine KV wie eine Lan­des­ärz­te­kam­mer als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts die Ärz­te als direk­te Mit­glie­der hat, so han­delt es sich bei den Mit­glie­dern der KBV zwar wie­der­um eine Kör­per­schaft, jedoch sind deren Mit­glie­der aller­dings die ein­zel­nen KVen. Somit wird die sys­te­ma­ti­sche Bedeu­tung der KBV im Ver­gleich zur Bun­des­ver­ei­ni­gung der Apo­the­ker oder der Bun­des­ärz­te­kam­mer unter­stri­chen.

Die wesent­li­chen Auf­ga­ben der KBV umfas­sen die Ver­hand­lung der Bun­des­man­tel­ver­trä­ge nach § 87 SGB V mit den Spit­zen­ver­band der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen (GKV-SV), wie die Fest­le­gung des Ein­heit­li­chen Bewer­tungs­maß­stabs (EBM) im soge­nann­ten Bewer­tungs­aus­schuss. Wei­ter­hin sind Wahl­mit­glie­der Teil des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss (GBA) und des Bun­des­schieds­am­tes.



 

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