Ambulante Versorgung im Krankenhaus

Ambu­lan­te Ver­sor­gung im Kran­ken­haus

September 2, 2019 GKV-Institut Stationäre Versorgung 0
Erstattungsfähigkeit der Heil- und Hilfsmittel in der GKV

Die schar­fe Gren­ze zwi­schen sta­tio­nä­rem und ambu­lan­ten Sek­tor wird zuneh­mend auf­ge­weicht — zumeist im Sin­ne der bes­se­ren Pati­en­ten­ver­sor­gung. Der Lern­text ermög­licht einen ers­ten Ein­stieg.


Radi­ka­le Reduk­ti­on der Kom­ple­xi­tät

  1. Ambu­lan­tes Ope­rie­ren

    Kran­ken­häu­ser dür­fen defi­nier­te Ope­ra­tio­nen ambu­lant durch­füh­ren.

  2. Ambu­lan­te spe­zi­al­fach­ärzt­li­che Ver­sor­gung

    Schwe­re und/oder sel­te­ne Erkran­kun­gen dür­fen inzwi­schen auch von Kran­ken­häu­sern ambu­lant behan­delt wer­den.

  3. Min­dest­men­ge­re­ge­lung

    Um an der ambu­lan­ten Ver­sor­gung teil­neh­men zu dür­fen, sind vom GBA fest­ge­leg­te Min­dest­men­gen durch das Kran­ken­haus nach­zu­wei­sen.

Auf­lö­sung der Sek­to­ren­gren­zen

His­to­risch gese­hen Zeit war eine Behand­lung im Kran­ken­haus durch einen i. d. R. mehr­tä­gi­gen, voll­sta­tio­nä­ren Auf­ent­halt gekenn­zeich­net. Mit Ein­füh­rung der §§ 115b und 116b SGB V hat der Gesetz­ge­ber aller­dings die “har­te Linie” zwi­schen dem ambu­lan­ten und dem sta­tio­nä­ren Sek­tor deut­lich gelo­ckert. Nun­mehr dür­fen Kli­ni­ken Ver­trä­ge mit Kos­ten­trä­gern über die ambu­lan­te Ver­sor­gung schlie­ßen.

Ambu­lan­tes Ope­rie­ren

Die Kran­ken­häu­ser sind zur ambu­lan­ten Durch­füh­rung von eini­gen kata­log­mä­ßig erfass­ten bzw. ver­han­del­ten Ope­ra­tio­nen und sta­ti­ons­erset­zen­den Ein­grif­fen gesetz­lich zuge­las­sen (vgl. § 115b SGB V). Sie ste­hen damit in Kon­kur­renz zu den nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten.

Ambu­lan­te Spe­zi­al­fach­ärzt­li­che Ver­sor­gung

Kran­ken­häu­sern ist es gemäß § 116b SGB V erlaubt, Pati­en­ten mit schwer­wie­gen­den Krank­hei­ten wie Krebs, Mul­ti­pler Skle­ro­se, Muko­vis­zi­do­se oder AIDS ambu­lant zu behan­deln. Der Gesetz­ge­ber hat die Gren­ze zum ambu­lan­ten Sek­tor somit um hoch spe­zia­li­sier­te Leis­tun­gen bei sel­te­nen bzw. beson­ders schwe­ren Krank­hei­ten ver­scho­ben.

§ 117 — 120 SGB V

Über § 117 bis 120 SGB V nor­miert der Gesetz­ge­ber wei­te­re Aus­nah­men der Teil­nah­me von Kran­ken­häu­sern und wei­te­ren Insti­tu­tio­nen an der ambu­lan­ten Ver­sor­gung. Bei­spiels­wei­se sei­en die Hoch­schul­am­bu­lan­zen, Psych­ia­tri­sche Insti­tutsam­bu­lan­zen und Ger­ia­tri­sche Insti­tutsam­bu­lan­zen genannt.

Vor­aus­set­zun­gen

Nicht jedes Kran­ken­haus darf ambu­lan­te Leis­tun­gen erbrin­gen. Viel­mehr ist die sog. Min­dest­men­gen­re­ge­lung zu erfül­len. Dabei han­delt es sich um eine GBA-Vor­ga­be, wonach ein Kran­ken­haus je Krank­heits­art min­des­tens 50 ver­schie­de­ne Pati­en­ten pro Jahr behan­deln muss (Grund­satz).

Scho­nung des KV-Bud­gets

Im Lern­text “Finan­zie­rung und Ver­gü­tung — Teil 1″ haben wir über die Bud­ge­tie­rung ärzt­li­cher Leis­tun­gen gespro­chen. Die Men­gen­be­gren­zun­gen sind ein wesent­li­cher Grund dafür, dass die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te nicht Sturm lau­fen gegen die ambu­lan­te Ver­sor­gung durch Kran­ken­häu­ser. Denn hoch­spe­zia­li­sier­te Leis­tun­gen sind in der Regel teu­er und belas­ten das Bud­get über­pro­por­tio­nal.



 

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